Sparbrief für besondere
Zielgruppe
Die Städtische Bank aus Asch-Kerb Roth erkannte ganz offensichtlich die Zeichen der Zeit
und änderte ihre Marktstrategie. Diese Maßnahme hatte der Filialleiter, Rainhard Richtigmünzer, selbst ins Leben
gerufen. Er war schon immer ein Mann der Tat gewesen und ihm war das reaktionäre Verhalten vieler seiner
Zunftgenossen stets ein Dorn im Auge. Alle sprachen nur noch von der Krise. Doch anstatt die Hemdsärmel
hochzukrempeln und mit vertrieblichem Geschick gegen diese Missstände vorzugehen, machten sich alle in die Hosen
und versuchten gleichzeitig zu bewirken, dass die Kunden nicht nervös wurden – eine freilich unglückliche Mischung.
Doch Rainhard Richtigmünzer wollte sich nicht so ohne Weiteres ins Bockshorn jagen lassen. Stattdessen arbeitete er
Zielgruppen gerechte Leistungspakete aus. Darunter nahmen insbesondere die Sparbriefe eine gehobene Bedeutung
ein.
Besonders stolz war Rainhard Richtigmünzer auf sein Sparbrief Konzept "Beauty Boost". Dieser Sparbrief wendete sich an jene, die eine Schönheitsoperation finanzieren
wollten. Der Sparbrief "Beauty Boost" wurde als finanziell schonender Weg zum Ziel der optimierten Schönheit
angepriesen. Dabei wurde der Sparbrief so beworben, dass man der relevanten Zielgruppe neben den Einschnitten im
Gesicht (oder sonst wo) die Einschnitte am eigenen Konto ersparen wollte, die eine solche Schönheitsoperation ansonsten unweigerlich mit sich brachte. Rainhard
Richtigmünzer selbst hatte sich dieses kleine Wortspiel ausgedacht, worauf er auch sogar ein wenig stolz war,
nachdem ihm die Kollegin am Schalter großen Wortwitz attestiert hatte.
Während die anderen Kreditinstitute also – selbst mit den Zähnen klappernd – den
gemeinen Pöbel ruhig halten wollten, strahlte man bei der Städtischen Bank in Asch-Kerb Roth Selbstbewusstsein,
Zielstrebigkeit und den Glauben an fortschreitenden Wachstum aus. Dafür wurde man von Seiten der Kundschaft mit
anhaltendem Vertrauen belohnt. In den folgenden Wochen arbeitete Rainhard Richtigmünzer noch einige weitere
Produkte für gewisse Zielgruppen aus. Darunter auch ein Sparbrief eigens für die Zielgruppe der alleinerziehenden
Mütter. Das Motto lautete: „Für finanziellen Rückhalt bei ausbleibendem Unterhalt!"
|